Reiseberichte

Bericht über die Reise nach Moldau im September 2005
- von Mariana Scvortova -

Nach meiner Schätzung ist Ende August, Anfang September die schönste Zeit des Jahres in Moldau, wenn die sommerliche Hitze nicht so stark ist und der Herbst noch nicht richtig angefangen hat.
Wenn man sich länger nicht am selben Ort aufhält, sieht man Änderungen viel deutlicher. Und ich möchte betonen: Die Änderungen, die ich bei meiner Reise gesehen habe, waren offensichtlich und deutlich spürbar. Die allgemeine Stimmung der Menschen hat sich zum Positiven gewandelt. Im Vergleich zu meinem letzten Besuch im Jahr 2002 war das Erwachen aus der tiefsten Depression, das von dem Chaos der nachtotalitären Zeiten verursacht wurde, nicht zu übersehen. Als ob die Menschen endlich begriffen haben, dass eine Rückkehr in die alten Zeiten unmöglich ist, und dass man in dem Kampf zu überleben in der Hauptsache auf sich selbst gestellt ist.

Fotos von
09.2005

Zuerst haben ich gemeinsam mit unserer Repräsentantin in Moldau, Frau Larisa Ciobanu, die Direktorin der Caritas Moldova, Frau Otilia Sirbu, besucht. Es hat ein konstruktives Gespräch statt gefunden, wobei die Caritas Moldova ihre Zufriedenheit und ihre Bereitschaft in Zukunft weitere Hilfsprojekte mit der DMG durchzuführen erklärt hat.

Gemeinsam mit Frau Larisa Ciobanu, unserem Partner Caritas Moldova und der Caritas Tschechien haben wir das Agrarprojekt in Costesti besucht. Ich möchte Ihnen meine Freude über das mitteilen, was mit Hilfe der Deutsch-Moldauischen Gesellschaft umgesetzt wurde: Dort, wo vor drei Jahren ein Feld war, jetzt ist ein Teich in dem Fische gezüchtet werden, sowie überdachte Räume für Gänzezucht. Unglückliche Umstände haben dem Bauern Pantelei nicht erlaubt, die Rückzahlung - so wie geplant - in diesem Jahr zu beginnen. Er hat uns versichert, dass er bis Ende des Jahres den ersten Beitrag dafür leistet, und dass er im nächsten Jahr die Situation korrigiert. Der Höhepunkt waren die 10 Hektar hochwertiger Weintrauben die in diesem Jahr die erste Ernte gegeben haben. Wir haben mit den Bauern gesprochen, die sich bewusst und bereit sind - wie geplant - in nächsten Herbst mit der Rückzahlung zu beginnen. Alle waren sehr zufrieden mit den Ergebnissen unseres erstens Agrarprojekt. Die Caritas Tschechien will weitere Investitionen in das Traubenzuchtprojekt bis Jahresende einbringen.

Ein laufendes Projekt, das von Ralf Schäfer begonnen wurde und das von Schmitz Stiftung unterstützt werden soll, hat mich nach Chiperceni gebracht. Es handelt sich um ein Sozialprojekt ähnlich dem DMG-Projekt in Chisinau in der Kirche Sfintu Dumitru und dem DMG-Projekt in dem Internat für behinderte Kinder.
Die Reise nach Chiperceni erfolgte am 05.09.05 in gleicher Begleitung. Wir wurden sehr freundlich vom Schuldirektor empfangen und gemeinsam mit den zukünftigen Kursleiterinnen durch die Schulräume geführt. Die Schule macht trotz teilweiser „Vorkriegs-Ausstattung“ und der allgegenwärtig spürbaren Armut einen sehr gepflegten Eindruck. Die Räume waren frisch gestrichen, ordentlich und sauber. Im Laufe des Gespräches, hat sich großes Interesse an der Realisierung des Projektes von Seiten der Schulleitung und der beteiligten Lehrkräfte eingestellt. Darauf hin wurden die Räume für die zukünftigen Ateliers festgelegt und es wurde uns zugesichert, dass sie als zusätzliche Leistung der Schule bei der Projektrealisierung mit Sicherungen wie Fenstergitter und Schlössern versehen werden. Es wurden uns auch Aufzeichnungen schon realisierter kleiner Klöppel-, Stick-, Strickwerke von Kindern gezeigt, die uns von der Kompetenz der Lehrer für die geplanten Maßnahmen im Projekt überzeugten.

Die bedauerliche, wirtschaftliche und soziale Lage in Moldau und besonderes in den weit von den Städten entfernten Dörfern, wie Chipercen sind uns bekannt. Die nächste Generation wächst in Armut und Hoffnungslosigkeit auf. Mit diesem Projekt können wir leider diese allgemeinen Umstände nicht ändern, aber es hilft die praktischen Fertigkeiten, Kreativität und den Bezug der Kinder zum traditionellen Handwerk zu entwickeln. Auf Grund der Erfahrung mit ähnlichen schon realisierten bzw. erfolgreich laufenden Projekten, kann man sagen, dass solche Kurse den Kindern nach dem Schulabschluss bei der Orientierung bei der Berufswahl nutzen, und dass sie oftmals direkt mit den im Kurs erworbenen Kenntnissen ihren Unterhalt verdienen können. Außerdem wird damit der Alltag der Kinder außerhalb der Schulzeit mit einer kreativen Beschäftigung organisiert, was die Kinder von der Strasse, Kriminalität, Alkoholismus und Prostitution fern hält.

Des weiteren habe ich die Generalkonsulin der BRD in Moldau, Fr. Regina Lochner, besucht. Ich habe sie über den unerwarteten Tod des Präsidenten der DMG, Herrn Ralf Schäfer, informiert. Ich habe Frau Lochner die Bereitschaft der DMG Mitglieder mitgeteilt weiter in und für Moldau tätig zu sein und habe ihr über die Ergebnisse meiner Reise berichtet. Es war ein herzliches Gespräch. Sie hat mir Unterstützung unserer Tätigkeit im Moldau zugesagt, und vorgeschlagen feierlich das Zentrum in Chiperceni zu eröffnen, wobei auch der Deutsche Botschaft in Moldau teilnehmen möchte.

Mariana Scvortova


Bericht über die Reise nach Moldau
von 09.2008 (Mariana Scvortova)

"Notizen der Begegnungsreise"
vom 09.2006 (Mariana Scvortova)

"Notizen der Begegnungsreise"
vom 09.2005 (Mariana Scvortova)

"Notizen der Begegnungsreise"
vom 06.2005 (Wolfgang Dagner)

Programm der Begegnungsreise nach Moldau
vom 25.11.-05.12.2004

Programm der Begegnungsreise nach Moldau
vom 14.05 - 28.5.2004 (Ralf Schäfer)

Programm der Begegnungsreise nach Moldau
vom 27.04 - 11.05.2003 (Ralf Schäfer)

Programm der Begegnungsreise nach Moldau
vom 23. - 30.09.2002 (Ralf Schäfer)

"Moldau - die Toskana Südosteuropas?!"
vom 22.-29.05.2002 (Michael Braun)

"Notizen der Begegnungsreise"
vom 22.-29.05.2002 (Ralf Schäfer)

Gründungs- und ersten Mitgliederversammlung 19.04.2002