Jahresberichte


Jahresbericht 2004

in diesem Jahr feiert unser Verein bereits sein dreijähriges Bestehen – ein Jahr, in dem wieder viel los war, wir viel erlebten und einiges für die Republik Moldau bewegen konnten:

Im Januar nahmen wir an einer großen Moldau-Konferenz in Niederpöcking bei Starnberg teil. Sie wurde von der Südosteuropa-Gesellschaft (SOG; zu der wir ja auch gehören: Mitgliedschaft auf Gegenseitigkeit) zusammen mit dem Auswärtigen Amt und dem EU-Stabilitätspakt für Südosteuropa organisiert. Unter dem Titel „Europäische Perspektive für Moldau“ wurde 2 ½ Tage darüber diskutiert, wie man Moldau näher an die EU heranführen könnte, aber auch, welche großen Hindernisse hierfür leider noch immer bestehen. Neben einem hochkarätigen fachlichen Austausch konnten wir bei dieser Konferenz hauptsächlich viele neue und wertvolle Kontakte knüpfen.

Am 19. März trafen wir uns dann zu unserer Jahreshauptversammlung und ließen noch einmal das Vereinsjahr 2003 Revue passieren.
Kurz darauf verfassten wir unsere Steuererklärung – Voraussetzung dafür, auch künftig als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt zu werden. Inzwischen haben wir auch den positiven Rückbescheid vom Finanzamt für Körperschaften erhalten.

Im April nahmen wir an der Abschlusssitzung des Ausländerbeirats der Stadt München teil. Mariana Scvortova versuchte dann, sich bei den öffentlichen Neuwahlen in dieses Gremium wählen zu lassen. Dies schlug allerdings leider fehl, weil es uns nicht gelang, genügend viele Moldau-interessierte Ausländer in München zu mobilisieren (für einen Sitz im Ausländerbeirat benötigt man mehrere hundert Stimmen).

Anfang Mai – exakt zum Beitritt der neuen EU-Staaten - besuchten wir eine Podiumsdiskussion beim Bayerischen Rundfunk zum Thema „EU der 25: Weltmacht oder Sanierungsfall?“. Diese wurde ebenfalls von der Südosteuropa-Gesellschaft veranstaltet.

Kurz darauf trugen dann unsere monatelangen Bemühungen Früchte, einen Sponsor für unser geplantes Projekt „Unterstützung und Hilfe für Kinder in Not durch Gründung eines Sozialzentrums für Kinder“ zu finden: Die Schmitz-Hille-Stiftung in Düsseldorf erklärte sich bereit, zusammen mit uns das Projekt zu realisieren. Hintergrund des Finanzierungsproblems: Erst nach 3 Jahren sind Nichtregierungsorganisationen (NROs) berechtigt, beim Ministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) einen Projektantrag zu stellen. Da wir aber keinen „Seniorpartner“ für das geplante Projekt fanden, der für uns den Projektantrag beim BMZ stellt, mussten wir uns nach einer anderen Finanzquelle umschauen. Alle Details zum Projekt gibt es auch auf unserer Homepage unter „Projekte - Aktuelles“.

Weniger Glück hatten wir bis jetzt mit der Suche nach einem Sponsor für den Besuch einer Delegation von moldauischen Winzern hier in Deutschland (vgl. Jahresbericht 2003). Obwohl sich die Winzergenossenschaft in Oberkirch / Mittelbaden zur Aufnahme der Delegation bereit erklärt hatte, gelang es uns nicht, eine Finanzierung für das Vorhaben zu finden. Weder das Land Baden-Württemberg, noch das politische Berlin und Bonn, noch halbstaatliche oder private Entwicklungsorganisation konnten einen Titel dafür finden, wenngleich sie unser Vorhaben prinzipiell mit großem Interesse verfolgten und auch künftig verfolgen. Wir werden uns aber weiterhin um das Vorhaben bemühen, frei nach dem Motto „Steter Tropfen höhlt den Stein nicht durch Kraft, sondern durch beständiges Fallen“.

Mitte Mai reisten wir dann – wie jedes Jahr – für 2 Wochen nach Moldau. Dort gewannen wir die Caritas Moldova als Partner für das Sozialprojekt. Schon kurz nach der Vertragsunterzeichnung konnten wir die erste Tranche der Projektsumme überweisen und das Projekt starten.
Wie bei unseren vorherigen Reisen leisteten wir auch dieses Mal wieder direkte Hilfen an soziale Einrichtungen. Außerdem schauten wir uns nach neuen Projekten um und knüpften viele neue Kontakte.
Alle Details unserer Reise sind ebenfalls auf unserer Homepage unter „Veranstaltungen“ zu finden.

Im Juni und Juli nahmen wir uns einer Kunststudentin aus Moldau an, die schon eine Stipendienzusage vom DAAD hatte, aber noch keinen betreuenden Professor. In gemeinsamer Anstrengung gelang es uns, ihr eine Betreuungszusage von der Akademie der Bildenden Künste München zu verschaffen. Ganz herzlichen Dank gilt an dieser Stelle Herrn Dr. Oberschmidt und Frau Hamacher vom DAAD sowie Frau Dr. Deimel von der Südosteuropa-Gesellschaft.

Anfang Juli fand dann im Berliner Abgeordnetenhaus die Folgekonferenz zu Starnberg-Niederpöcking statt. Unter dem Titel „Europa und der Transformationsprozess der Republik Moldau“ wurden aktuelle Entwicklungen in Moldau sowie über das bilaterale Verhältnis Moldau – Europäische Union diskutiert. Am Rande der Veranstaltung verabschiedete sich Herr Dr. Michael Zickerick, deutscher Botschafter in Chisinau, und sein Nachfolger, Herr Wolfgang Lerke, stelle sich vor.

Im August starteten wir in eigener Trägerschaft und zunächst nur mit Eigenmitteln ein Sozialprojekt am Internat Nr. 5 für lernbehinderte Kinder in Chisinau. Ziel hierbei ist es, den Schülern handwerkliche Fähigkeiten beizubringen, die ihnen später bessere Chancen bei der Arbeitssuche bieten sollen. Wir finanzieren Maschinen und Material, sind aber noch auf der Suche nach weiteren Sponsoren. Möglicherweise wird uns die Schmitz-Hille-Stiftung hier nochmals unterstützen.

Im August und September nahmen wir an 2 Seminaren von „Bengo“ (Beratungsstelle für NROs, Vorprüfung von BMZ-Anträgen) zur Projektbeantragung teil. Hierbei ging es um „EU-Cofinanzierung“ und um „Richtlinien, Antragstellung und Projektabwicklung (bei BMZ-finanzierten Projekten)“.

Anfang September besuchten wir, wie jedes Jahr, den Renovabis-Kongress der deutschen katholischen Kirche in Freising. Diesjähriges Motto der Tagung: „Zwischen Hoffnung und Resignation. Jugend in Mittel- und Osteuropa“.

Und – quasi zum Abschluss des Vereinsjahres – findet Ende November / Anfang Dezember eine weitere Moldau-Reise statt. In dieser Zeit sollen einerseits die für das kommende Jahr geplanten Projekte vorangetrieben werden. Andererseits dienst sie der Kontaktaufnahme mit weiteren Organisationen und dem Besuch einer Konferenz auf Regierungsebene.

Und hier in Stichworten ein zusammenfassender Überblick über die durchgeführten und geplanten Maßnahmen:

1. Durchgeführte Projekte
a) Sozialprojekt bei der orthodoxen Kirchengemeinde „Sfintu Dumitru“ in Chisinau
- Inhalt: „Unterstützung und Hilfe für Kinder in Not durch Gründung eines Sozialzentrums für Kinder“
- Laufzeit: 01.05. - 31.12.2004
- Projektsumme: 10.000 Euro
- Deutsche Partner: Deutsch-Moldauische Gesellschaft e.V., Schmitz-Hille-Stiftung
- Moldauischer Partner: Caritas Moldova, Deutsch-Moldauische Gesellschaft e.V. – Sektion Moldova
- Status: fast alle Maßnahmen sind abgeschlossen

b) Sozialprojekt am Internat Nr. 5 für lernbehinderte Kinder in Chisinau
- Inhalt: „Soziale und berufliche Integration von behinderten Kindern aus schwierigen Familienverhältnissen“
- Laufzeit: 01.07. - 31.12.2004
- Projektsumme: 3.500 Euro
- Deutsche Partner: Deutsch-Moldauische Gesellschaft e.V.
- Moldauischer Partner: Deutsch-Moldauische Gesellschaft e.V. – Sektion Moldova
- Status: noch nicht abgeschlossen, da erst 1.000 Euro eingebracht wurden – Suche nach weiteren Sponsoren; die Schmitz-Hille-Stiftung hat vor Redaktionsschluss ihre Hilfe in Aussicht gestellt.

2. Veranstaltungen
- Jahreshauptversammlung vom 19.03.2004
- 1. Moldau-Reise vom 14.- 28.05.2004
- 2. Moldau-Reise vom 25.11.- 05.12.2004

3. Geleistete Direkthilfe
- Das Internat Nr. 5 für lernbehinderte Kinder in Chisinau erhält eine Mini-Stereoanlage.
- Das republikanische Kunstgymnasium „I. Vieru“ in Chisinau erhält erneut die Mittel zur Prämierung des Wettbewerbes „Bestes Bild des Jahres“.
- In mehreren Kinderheimen verteilen wir einige Pakete Süßigkeiten an die Kinder.


4. Teilnahme an Konferenzen und Seminaren
- Moldau-Konferenz der SOG in Starnberg-Niederpöcking: „Europäische Perspektive für Moldau“ vom 19.-21.01.2004
- Moldau-Folgekonferenz der SOG in Berlin: „Europa und der Transformationsprozess der Republik Moldau“ vom 02.-04.07.2004
- Bengo-Seminar in München: „EU-Cofinanzierung“ vom 12.08.2004
- Renovabis-Kongress in Freising: „Zwischen Hoffnung und Resignation. Jugend in Mittel- und Osteuropa“, am 03.09.2004
- Bengo-Seminar in Feldafing bei Starnberg: „Richtlinien, Antragstellung und Projektabwicklung“ vom 17.-18.09.2004

5. Ausblick auf das kommende Jahr (Auswahl)
- In Chiperceni, einem Dorf 23km südöstlich von Orhei (d.h. ca. 2 Stunden Fahrt von Chisinau entfernt), wollen wir ein dreiteiliges Projekt starten:
a) Errichtung eines Sozialzentrums für Kinder, analog zu unseren diesjährigen Sozialprojekten; voraussichtliche Projektsumme: 12.000 Euro.
b) Landwirtschaftsprojekt: Aufbau einer Fischzucht; voraussichtliche Projektsumme: 8.000 Euro.
c) Landwirtschaftprojekt: Beschaffung einer Ölmühle für Sonnenblumen, Beschaffung einer Getreidemühle; voraussichtliche Projektsumme: 15.000 Euro.
Da wir eine Basisfinanzierung für die Projekte selbst aufbringen müssen, wollen wir an dieser Stelle nochmals explizit um finanzielle Unterstützung bitten, sei es durch zusätzliche Spenden oder die Gewinnung von neuen Mitgliedern.
- Es liegen uns einige weitere Vorschläge für Agrarprojekte vor.
- Nach 3-jähriger Amtszeit muss der Vorstand unseres Vereins neu gewählt werden.
- Und natürlich fahren wir auch in 2005 wieder nach Moldau, vermutlich erneut Mitte Mai.

Für Ihre Unterstützung durch Mitarbeit, Mitgliedsbeiträge und Spenden möchten wir uns auch in diesem Jahr ganz herzlich bedanken, besonders im Namen unserer Freunde, Partner und Begünstigten in Moldau. Bitte bleiben Sie uns auch in 2005 treu – es lohnt sich!

Ganz herzliche Grüße,

Der Vorstand
(Dr. Ralf Schäfer und Mariana Scvortova)



Jahresbericht 2012 von Mariana Scvortova

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Jahresbericht 2004 von Ralf Schäfer